Ich bevorzuge den freien Willen

Ich bevorzuge es, an einen freien Willen zu glauben

Ich bevorzuge es, an einen freien Willen zu glauben.
Im Zeitgeist unserer wissenschafts-besessenen westlichen Welt allerdings befindet sich der freie Wille auf Talfahrt, geradezu im freien Fall. In einer hyper-rationalen Welt ent-mystifizieren Hirnforscher am laufenden Band den freien Willen.

Die antiken Stoiker waren so frei, beides gleichzeitig zu denken: Vorbestimmung und Götter einerseits, freier Wille und Selbstverantwortung andererseits.
Für Kritiker (die sogenannten Inkompatibilisten) ist das natürlich schwer zu ertragen. Ich mag dagegen Widersprüche. Einige der klügsten Menschen, die mir persönlich oder in Büchern begegnet sind, haben immer wieder gegensätzliche Standpunkte vertreten, manchmal sogar gleichzeitig.

Man kann sich auf Widersprüche einlassen. Die Koans im Zen-Buddhimus sind Fragen, die rational unlösbar sind. Mit dem Ziel, dass man über das rationale Bewusstsein hinausgeht.
In der Musik – eines der wunderbaren und uneingeschränkt großartigen Errungenschaften der Menschheit – gibt es den sogenannten „Kontrapunkt„: Unter der Hauptmelodie gibt es eine Melodie, die ihr entgegengesetzt ist: Die Gegenmelodie. Zusammen bilden Haupt- und Gegenmelodie eine Harmonie. Die Gegenmelodie ist eine separate Melodie, die für sich allein stehen könnte, aber hauptsächlich dazu da ist, die Hauptmelodie zu ergänzen. Und natürlich fällt mir auch sofort der Welle-Teilchen Dualismus ein, der mich im Physikunterricht der 12. Klasse fasziniert hat.

Der freie Wille und seine Widersprüche:
Philosophen auf beiden Seiten kämpfen seit Jahrhunderten für ihre Positionen.

Auch ich bin mir natürlich darüber im klaren, dass ich in der Gegenwart ziemlich fremdbestimmt bin von meiner Umwelt, meinen Hormonen, meinen Kindern und von anderen Variablen.

Aber ich ich finde es faszinierend, dass ich mir eine mögliche Zukunft ausmalen kann:
Wie soll mein Leben in fünf Jahren aussehen?
Worauf will ich am Ende meines Lebens stolz sein?
Worüber glücklich?

Theoretisch kann ich mir sogar verschiedene Zukünfte ausmalen: possible futures.

In meinem Büro hängt ein sogenanntes „Visionboard“, auf dem ich die Zukunft, die ich mir wünsche, in Worten und Bildern festhalte. Dieses Visionboard hängt an meiner Tür. Das heißt ich habe meine Zukunft mehrmals pro Tag vor Augen. Ich bin sicher, dass dieses Visionboard einen Unterschied für mein Leben macht. Ich mag in der Gegenwart nicht frei agieren können, aber ich glaube an die Freiheit meiner auf die Zukunft bezogenen Gedanken und Gefühle.

Ich kann natürlich auch noch einen Schritt weitergehen und mir eine Umwelt suchen, die meiner Vision entspricht, zumindest teilweise. Ich halte das für eine der mächtigsten Optionen, wenn man sich verändern will oder sich in einer Sackgasse befindet. Die Fülle an Optionen im 21. Jahrhundert ist unglaublich. Länder, Bücher, Gruppierungen, Vereine, Religions- und Lebensgemeinschaften, virtuelle Realitäten. Idealerweise ändern sich Rahmenbedingungen nachhaltig. Deshalb empfehle ich dir, besonders wertvolle Bücher mehrmals zu lesen und zu verdauen. Dich länger in einem Land aufzuhalten. Eine Lebensgemeinschaft nicht nur zu besuchen, sondern mit zu leben. 

Geänderte Rahmenbedingungen ändern meine Zukunft. Hardcore Deterministen würden natürlich einwenden, dass ein Umwelt-Wechsel oder das Erstellen eines Visionboards für sich genommen auch schon wieder festgelegte Handlungen sind. Wer unbedingt an etwas glauben will, der wird auch immer Gründe dafür finden, besuch doch mal das „Creation Museum“ in der Nähe von Cincinnati.

Du kannst glauben, dass Du einen freien Willen hast, dann erlebst Du, dass Du einen freien Willen hast.
Du kannst glauben, dass Du keinen freien Willen hast und Du erlebst, dass Du keinen freien Willen hast.
Du erlebst, woran Du glaubst.

Ich bevorzuge es, an einen freien Willen zu glauben.
Nur so kann ich den Spielraum meines Schicksals nutzen.

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